Zum Hauptinhalt springen
easyJobDE
Neuigkeiten · Ausbildung

Bestattungsfachkraft-Ausbildung 2026: Rekord mit 900 Azubis

900 Menschen lernen Bestattungsfachkraft – mehr als doppelt so viele wie 2015. Aufgaben, Anforderungen und Bewerbungstipps im Überblick.

Veröffentlicht: · 6 min

easyJobDE Redaktion

Redaktion & Marktplatzsicherheit

Geprueft anhand von Plattformrichtlinien, Support-Faellen und deutschen Marktplatzanforderungen.

Die easyJobDE Redaktion erstellt praxisnahe Inhalte zu sicheren Bewerbungen, lokalen Aufgaben und Plattformregeln in Deutschland.

900 Auszubildende – ein neuer Höchststand

Ende 2025 befanden sich in Deutschland 900 Menschen in der dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das ein neuer Höchststand. 2015 waren es noch 430 Auszubildende; innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt.

Auch die Zusammensetzung hat sich verändert: 2025 waren 61 Prozent der Auszubildenden Frauen und 39 Prozent Männer. Zehn Jahre zuvor lag der Frauenanteil bei 46 Prozent. Die Zahlen beschreiben die Entwicklung der Ausbildung, sind aber keine Garantie für einen Ausbildungsplatz an jedem Wohnort.

Was macht eine Bestattungsfachkraft?

Nach BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit ist Bestattungsfachkraft ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk, in Industrie und Handel sowie im öffentlichen Dienst. Die Arbeit verbindet Beratung, Organisation, praktische Tätigkeiten und kaufmännische Aufgaben.

Zum Alltag gehören die Betreuung von Hinterbliebenen, das Abstimmen einer Bestattung, die Überführung und Versorgung Verstorbener, das Vorbereiten von Särgen oder Urnen und die Organisation von Trauerfeiern. Hinzu kommen Kostenkalkulation, Vorsorgeverträge und Abrechnungen mit Kunden, Versicherungen oder anderen Stellen.

Diese Anforderungen sollte man ehrlich prüfen

Der Beruf verlangt Einfühlungsvermögen, psychische Stabilität, Sorgfalt, Kommunikationsfähigkeit und einen respektvollen Umgang mit Verstorbenen und Angehörigen. Arbeitszeiten können je nach Betrieb unregelmäßig sein. Wer sich interessiert, sollte deshalb nicht nur die organisatorische Seite betrachten, sondern auch die emotionale Belastung realistisch einschätzen.

Hilfreich sind gutes Deutsch für Beratung und Schriftverkehr, mathematische Grundlagen für Kalkulationen sowie handwerkliches Geschick. Einzelne Ausbildungsbetriebe können zusätzliche Erwartungen nennen, etwa einen Führerschein, ein Mindestalter oder ein vorheriges Praktikum. Maßgeblich ist immer die konkrete Ausschreibung.

So findet man einen passenden Ausbildungsplatz

Suchen Sie nicht nur nach „Bestattungsfachkraft“, sondern auch nach „Ausbildung Bestattungswesen“ und direkt nach Bestattungsunternehmen in erreichbarer Nähe. Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit zeigt aktuelle Ausbildungsangebote; zusätzlich lohnt sich eine Initiativanfrage bei lokalen Betrieben.

Prüfen Sie vor der Bewerbung Ausbildungsbeginn, Arbeitsort, Berufsschulstandort, Vergütung, Bereitschaftszeiten und die Frage, ob ein Praktikum gewünscht wird. Gerade bei wenigen Angeboten kann ein größerer Suchradius sinnvoll sein – aber Fahrt- und Unterkunftskosten sollten vorher realistisch berechnet werden.

Bewerbung: Motivation konkret statt allgemein erklären

Ein überzeugendes Anschreiben sollte zeigen, dass Sie die Aufgaben kennen. Begründen Sie konkret, warum Sie Menschen in belastenden Situationen begleiten können, wie Sie sorgfältig arbeiten und welche Erfahrungen aus Praktikum, Pflege, Kundenkontakt, Organisation oder Handwerk passen.

Formulierungen wie „Ich suche einen sicheren Beruf“ reichen allein nicht aus. Besser sind kurze Beispiele: eine schwierige Kundensituation ruhig gelöst, vertrauliche Daten zuverlässig behandelt oder eine Veranstaltung strukturiert organisiert. Ein vorheriges Praktikum hilft beiden Seiten zu prüfen, ob der Arbeitsalltag wirklich passt.

Was Arbeitgeber aus dem Rekord ableiten können

Das wachsende Interesse ist eine Chance, ersetzt aber keine klare Ausschreibung. Ausbildungsbetriebe sollten Aufgaben, Berufsschule, Arbeitszeiten, Vergütung, Betreuung und mögliche Bereitschaftsdienste transparent nennen. Das verhindert falsche Erwartungen und verbessert die Passung.

Ein realistischer Einblick in emotionale und praktische Tätigkeiten ist besonders wichtig. Schnuppertage, Praktika und ein fester Ansprechpartner können Bewerbern helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen. Auswahlkriterien sollten nachvollziehbar und geschlechtsneutral formuliert sein.

Fazit: Wachsender Ausbildungsberuf mit besonderer Verantwortung

Die Zahl von 900 Auszubildenden zeigt deutlich gestiegenes Interesse an der Bestattungsfachkraft. Der Beruf bietet abwechslungsreiche Aufgaben zwischen Betreuung, Organisation, Handwerk und Verwaltung, verlangt aber zugleich Stabilität, Diskretion und Verantwortungsbewusstsein.

Wer den Einstieg erwägt, sollte zuerst das offizielle Berufsprofil lesen, aktuelle Stellen im eigenen Radius vergleichen und möglichst praktische Einblicke sammeln. So wird aus einer ungewöhnlichen Berufsidee eine belastbare Entscheidung.

Quellen