14.400 Menschen begannen 2025 eine SHK-Ausbildung
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes schlossen 2025 knapp 14.400 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ab. Das waren 30,5 Prozent mehr als 2015, als rund 11.000 neue Verträge gezählt wurden. Zu dieser Berufsgruppe gehören vor allem Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie vereinzelt Ofen- und Luftheizungsbauerinnen und -bauer.
Warum die Berufsaussichten trotz des Azubi-Zuwachses gut bleiben
2025 arbeiteten rund 278.000 Menschen in SHK-Berufen, 4,1 Prozent mehr als 2021. Gleichzeitig waren 23,3 Prozent der Beschäftigten zwischen 55 und 64 Jahre alt. Ein Teil dieser erfahrenen Fachkräfte dürfte in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Der Nachwuchs wächst also, trifft aber weiterhin auf einen erheblichen Ersatzbedarf.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung spricht für anhaltenden Bedarf: Die Zahl größerer Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten stieg vom ersten Quartal 2016 bis zum ersten Quartal 2026 um 38,9 Prozent auf knapp 4.100. Ihre Umsätze erhöhten sich im selben Zeitraum von knapp 2,9 auf rund 5,9 Milliarden Euro.
Was Bewerberinnen und Bewerber mitbringen sollten
Für eine SHK-Ausbildung sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, sorgfältiges Arbeiten und Zuverlässigkeit wichtiger als perfekte Schulnoten. Der anerkannte duale Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik dauert regulär dreieinhalb Jahre. Praktika helfen, den Arbeitsalltag zwischen Werkstatt, Baustelle, Kundendienst und moderner Heiztechnik realistisch kennenzulernen.
Wer sich bewirbt, sollte im Anschreiben konkrete Erfahrungen nennen: Reparaturen, Schulpraktika, technische Projekte, Umgang mit Werkzeug oder Interesse an Wärme- und Klimatechnik. Ein kurzer Anruf beim Betrieb kann klären, ob noch ein Ausbildungsplatz oder zunächst ein Praktikum verfügbar ist.
Frauen sind in SHK-Ausbildungen weiterhin stark unterrepräsentiert
Nur 2,4 Prozent der neuen Ausbildungsverträge in den betrachteten SHK-Berufen wurden 2025 von Frauen abgeschlossen. Über alle dualen Berufsgruppen hinweg lag der Frauenanteil bei 36,0 Prozent. Das zeigt keine fehlende Eignung, sondern eine weiterhin sehr einseitige Berufswahl. Für interessierte Schülerinnen kann ein Praktikum besonders sinnvoll sein, um Betriebe, Aufgaben und körperliche Anforderungen direkt zu vergleichen.
Praktische nächsten Schritte für die Ausbildungssuche
1. Suchen Sie nicht nur nach „SHK“, sondern auch nach „Anlagenmechaniker Sanitär Heizung Klima“ und „Ausbildung Heizungstechnik“. 2. Prüfen Sie Ausbildungsbörsen der Bundesagentur für Arbeit, Handwerkskammern und regionale Betriebsseiten. 3. Fragen Sie auch nach Praktikum oder Einstiegsqualifizierung, wenn aktuell kein Ausbildungsplatz ausgeschrieben ist. 4. Vergleichen Sie Arbeitsort, Berufsschule, Vergütung, Übernahmechancen und benötigten Führerschein. 5. Geben Sie persönliche Dokumente nur über vertrauenswürdige Bewerbungswege weiter.
Fazit: Wachstum ist kein Zeichen für einen gesättigten Markt
Die Zahl neuer SHK-Auszubildender ist deutlich gestiegen. Wegen des hohen Anteils älterer Beschäftigter, wachsender Betriebe und der Nachfrage nach Installation und Wartung moderner Gebäudetechnik bleiben die Perspektiven dennoch interessant. Die Statistik garantiert keinen Ausbildungsplatz, liefert aber ein starkes Signal: Wer Technik und praktische Arbeit mag, sollte SHK-Berufe ernsthaft prüfen.